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Hafer: Der Allrounder

Hafer hat in den letzten Jahren eine Renaissance in Anbau und Konsum erfahren. Bis in die 1950er Jahre hatte Hafer eine hohe Bedeutung im Anbau, damals vor allem als Futter für die Zugpferde. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verloren die Zugtiere und damit der Hafer ihre Bedeutung und die Anbaufläche ging stark zurück.

Heute wird Hafer für die Herstellung von Flocken, Cerealien-Mischungen und Pflanzen-Drinks angebaut und hat wieder an Bedeutung gewonnen. Der Fokus liegt aber auf der Erzeugung von Lebensmitteln und nicht mehr auf Futter, wobei auch heute noch Hafer für Pferdefutter angebaut wird.

Hafer muss je nach Verwendungszweck bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Dies ist einerseits das hl-Gewicht, welches Aufschluss über die Größe der Körner gibt. Für die Herstellung von Flocken ist dies essentiell. Große Körner = große Flocken. Hafer für die Flockenherstellung sollte hl-Gewichte über 54 kg haben, mindestens aber 52 kg.

Der Fettgehalt ist ein weiterer Parameter der je nach Anbauregion und Sorte variiert. Hafer aus Irland und dem Vereinigten Königreich weißt im Vergleich zu Hafer aus skandinavischen Ländern und Norddeutschland beispielsweise höhere Fettgehalte auf. Auch die Schälbarkeit des Hafers spielt für die Mühlen eine Rolle.

Hafer ist in Europa eine Sommerung, wird im Frühjahr ausgesät und im Sommer geerntet. Damit passt der Hafer in die inzwischen wieder weiter gestellten Fruchtfolgen im Ackerbau. Diese vereinfachen die Unkrautbekämpfung und ermöglichen die Integration von Zwischenfrüchten.

In den skandinavischen Ländern hat der Hafer wegen der kurzen Vegetationsperiode immer eine hohe Bedeutung gehabt (Sommerung). Aus Finnland und Schweden kommt bis heute qualitativ hochwertiger Hafer zur Verarbeitung nach Westeuropa und Deutschland. Stabil trockenes Wetter in den Wochen vor der Ernte ist für die Qualität des Hafers förderlich und reduziert das Risiko für den Landwirt. Kontinentales Klima eignet sich deshalb für den Anbau von Hafer. Neben Finnland und Schweden sind deshalb das Baltikum und Polen ebenfalls Ursprünge für Hafer. Der wachsende Markt für „Hafer-Drinks“ als Milchersatz hat dem Hafer in den letzten Jahren einen zusätzlich zum Trend einer gesunden Ernährung einen Schub verliehen. Die Fabriken verarbeiten dabei geschälten und flockierten Hafer, weshalb die Mühlen für diesen Industriezweig zusätzlichen Hafer nachfragen verarbeiten.

Wir sind in allen europäischen Haferanbaugebieten aktiv und bietet kundenspezifische Qualitäten und Logistik aus den Regionen an.

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